Plausibilitätsrechnung zur Wirtschaftlichkeit einer Windkraftanlage

Die bekannt gewordenen Daten für das Windrad auf dem Hüttenfelder Deponieberg sprechen für ein Windrad mit einer Nennleistung von 3 MW. Investiert werden 5.000.000 €. Laut ZABK soll sich der Betrieb des Windrades lohnen.

Plausibilitätsrechnung von GegenWind Hüttenfeld

Bei einer mittleren Windgeschwindigkeit am Standort Deponieberg von 5,5 m/s in 140 m Höhe geht man von einer Windradleistung von etwa 600 kW oder 0,6 MW (Megawatt) aus. Mit knapp 9000 Stunden (h) pro Jahr produziert das Windrad eine Strommenge von etwa 5400 Megawatt Stunden (MWh). Das ergibt bei einer EEG-Einspeisevergütung von etwa 90 €/MWh einen Jahresstromumsatz von 486.000 €. Davon sind abzuziehen:

Betriebsführung (4% vom Umsatz ca. 20.000 €)
Versicherung (1% der Investition 5 Mio €, 50.000 €),
Wartung, Reparaturen 50.000 €
Pacht für die Stadt 10.000 €
entgangene Zinsen (2% der Investition 100.000 €)
Abzüge zusammen 230.000 €.

Zwischenergebnis 486.000 € - 230.000€ = 256.000 €

Zu berücksichtigen ist ferner die Abschreibung für Abnutzung. Die jährliche Abschreibung errechnet sich aus der Investition dividiert durch die Nutzungsdauer. Für neuere Windräder gilt eine Nutzungsdauer von 16 Jahren.
Die jährliche Abschreibung beträgt also 5.000.000 € dividiert durch 16 = 312.500 €.

Ergebnis 256.000 € - 312.500 € = minus 56.500 €!

Die Betrachtung zeigt, dass unter den gemachten Annahmen das Jahr im günstigsten Fall mit einem Verlust von über 50.000 € abschließt. Der Verlust wächst weiter bei Stillstandszeiten durch Reparaturen, bei langen windstillen Perioden bzw. bei zeitweisen Stilllegungen des Windrades, z.B. zum Schutz von Fledermäusen oder Vögeln.

Soviel zu einer „möglichst effizienten und wirtschaftlich attraktiven Stromerzeugung“ auf der Deponie. Ursache für das negative Ergebnis ist einzig die niedrige Windgeschwindigkeit in der Rheinebene. Bereits ab einer Windgeschwindigkeit von 6 m/s würde das Ergebnis positiv!

Laut ZAKB sei ein negatives Jahresergebnis auszuschließen. Es wäre interessant, die Gewinn- und Verlustrechnung des ZAKB mit dieser Rechnung zu vergleichen und gemeinsam die Unterschiede aufzuklären.